Was passiert mit Aktien bei Übernahme

Gerüchte über eine anstehende Übernahme, einen Squeeze Out oder ähnliche Fragen über tatsächliche Übernahmen können dafür sorgen, dass die Kurse ansteigen und das Marktgeschehen an der Börse in Bewegung bleibt. Doch warum bestimmt die Übernahme eines Unternehmens das Angebot für Aktionäre? Welche Auswirkungen hat die Übernahme für die Aktie und die Anleger? Wir wollen die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit einem Übernahmeangebot klären.

Was passiert bei einer feindlichen Übernahme von einem Unternehmen?

Für eine feindliche Übernahme müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Möchte ein Investor ein Unternehmen kaufen und wendet er sich ohne Zustimmung des Übernahmekandidaten an den Eigentümer, ist von feindlichen Übernahmen die Rede. Das Attribut „feindlich“ nimmt Bezug auf die Perspektive des Managements des Unternehmens, das übernommen wird. Das sieht auch der Aufsichtsrat und die Belegschaft so. Alternativ zur feindlichen Übernahme hat sich der Begriff unkoordinierte Übernahmen eines Unternehmens durchgesetzt.

Nicht immer ist eine feindliche Übernahme ungewollt. Oftmals reicht es aus, die Bedingungen der Übernahmeangebote nach zu verbessern. Dadurch können feindliche Unternehmensübernahmen entstehen. Zu den häufigsten Streitpunkten gehören der Aktienkurs beim Ankauf der Aktien sowie Zusagen von Standorten und Mitarbeitern über den aktuellen Unternehmensbestand.

Es ist eine freundliche Übernahme eines Unternehmens?

Besteht ein Einverständnis durch das Management und die Belegschaft zur Übernahme, handelt es sich um eine freundliche Übernahme von einem Unternehmen. Davon können die Aktienbesitzer profitieren. Bei der freundlichen Übernahme handelt das Management einen viel besseren Preis aus, als es beim aktuellen Aktienkurs möglich ist.

Warum möchte ein Großaktionär ein Unternehmen kaufen?

Erzielt ein Aktionär durch eine Offerte einen Anteil von über 50 %, dürfte er damit zufrieden sein. Damit verfügt er nämlich über die Stimmenmehrheit auf der nächsten Hauptversammlung und kann direkt mit entscheiden, was passiert. Es gibt aber Fälle, in denen ein Großaktionär noch mehr möchte, wenn ihm z. B. die 50 % nicht mehr ausreichen.

In diesem Bereich wird angestrebt, das Unternehmen mit dem Konzern zu verschmelzen und damit eine Erhöhung des Kapitals herbeizuführen. Der Aktionär kauft alle Aktien auf, also auch die, die noch im Besitz anderer Aktionäre sind. Erst dann ist es überhaupt möglich, durch ein Squeeze Out ein Unternehmen von der Börse zu nehmen.

Was müssen Sie bei der Übernahme beachten?

Unabhängig davon, ob es eine freundliche oder eine feindliche Übernahme ist, kommt es in den meisten Fällen zu einer deutlichen Veränderung des Aktienkurses. Oftmals reicht allein das Gerücht über eine Übernahme, um an der Börse die Kurse steigen zu lassen. Der Grund dafür liegt in der Meinung der Käufer, die bei einer potentiellen Übernahme mit höheren Verkaufskosten rechnen. Diese werden in den Aktienkurs „eingepreist“.

  1. Bei einem konkreten Angebot bestehen diverse Möglichkeiten für Aktionäre zum Beispiel durch einen Aktienkauf. Der Investor, der die Aktien kauft, wird dem Verkäufer ein Angebot machen. In diesem Fall ist es möglich, die Aktien für diesen Teil abzustoßen.
  2. Beim Aktientausch macht das übernehmende Unternehmen ebenfalls ein Angebot. Teil des Angebots ist die Anzahl der Aktien, die es Ihnen für die Übergabe überlassen möchte. So wird aus dem Aktionär von dem übernommenen Unternehmen ein Aktionär des übernehmenden Unternehmens.

Es gibt viele Aktionäre, die sich nicht sicher sind, ob das Angebot für den Verkauf der Wertpapiere ausreicht. In jedem Fall ist das aber die bessere Entscheidung. Es stehen einem Investor rechtliche Möglichkeiten zur Seite, eine Übernahme zwanghafter herbeizuführen. Der Eigentümer der Aktien ist im Nachteil.

Aktionär lehnt das Übernahmeangebot ab

Bei jeder Übernahme in Deutschland besteht eine Frist von 4 bis 10 Wochen. Der Investor muss deutlich kommunizieren, wie lange die Anleger für die Entscheidung Zeit haben. Übernimmt der Aktionär in diesem Zeitraum das Angebot nicht, sind die folgenden Szenarien denkbar:

  • Wer seine Wertpapiere dem Investor nicht verkauft, ist von seinen zukünftigen Entscheidungen abhängig. Diese Entscheidung ist davon abhängig, welchen Anteil der Aktien die Anleger erworben haben. Es ist in vielen Fällen denkbar, dass gegen den Willen eines Aktionärs die Übernahme von statten geht.
  • Den Aktionären bleiben 2 Wochen, um sich für oder gegen das Angebot zu entscheiden. In diesem Zeitraum ist im Fachjargon von der „Zaunkönig-Regelung“ die Rede.

Was passiert beim Squeeze out?

Squeeze out steht im Englischen für das Ausquetschen. Im wortwörtlichen Sinne ist es einem Großaktionär in diesem Zustand möglich, bei einem Besitz von circa 95 % der Aktien auch den Rest zu übernehmen. In diesem Bereich verdrängt er die verbliebenen Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen.

Durch das Squeeze Out kann er eine ganze Menge Kosten sparen, die durch die folgenden Prozesse entstehen würden:

  • Börsennotiz
  • Geschäftsberichte
  • Ad-hoc-Meldungen
  • Hauptversammlung

Ohne jemandem Rechenschaft abzulegen, hat der Käufer das Unternehmen vollständig integriert und somit freie Hand, was zukünftige Entscheidungen anbelangt. Auch die verbliebenen Aktionäre sind dann nicht mehr an dem Geschäftserfolg von dem Unternehmen beteiligt.

Die Voraussetzungen für den Squeeze Out

Bei dieser Regelung im Squeeze Out gelten nur geringe Anforderungen. Werfen Sie einen Blick auf die Übernahmeregelung im deutschen Gesetz. Hier bleibt den Investoren die Möglichkeit, alle Aktien in ihren Besitz zu übernehmen, selbst wenn sich vereinzelte Aktionäre dagegen stellen. Allerdings sind die Voraussetzungen, die an einen Squeeze Out gebunden sind, streng. So müsste z. B. ein überwiegender Teil der Aktionäre zustimmen, um das Angebot so attraktiv zu machen und die restlichen Aktionäre „zu ihrem Glück zu zwingen“.

Wer sich dazu belesen will, wirft einen Blick auf das Übernahmeangebotsrichtlinie aus dem Jahr 2004. Diese ist seit Mitte 2006 gültig. Wenn der Bieter 25 % des Grundkapitals hält, ist es möglich, die Übertragung aller anderen Aktien zu beantragen. Dafür ist nicht einmal eine Hauptversammlung notwendig. Das Ganze funktioniert bereits unkompliziert per Gerichtsbeschluss.

Warum steigen deutsche und internationale Aktienkurse bei Übernahme?

Ob friedlich oder feindlich: Bei der Übernahme handelt es sich um ein freiwilliges Angebot. Ein Investor unterbreitet den derzeitigen Aktionären einer Aktiengesellschaft einen Handel. Damit gibt er den Anlegern einen Anreiz im Falle einer Übernahme. Der Kaufpreis sollte deutlich über dem Aktienkurs liegen im Vergleich zu den vergangenen Monaten. Diese Abfolge kennen die Aktionäre, weshalb allein die Gerüchte einer Übernahme von einem Unternehmen dazu führen, dass die Teilnehmer am Markt schon bald rechnen, dass die Preise künstlich steigen. Deshalb kaufen diese Anleger mehr und eine Aktie zu höheren Preisen, die dem aktuellen Markt nicht gerecht werden.

Bei einer geplanten Übernahme werden die Investoren deutlich früher aktiv. Bevor ein Investor seine Absichten offiziell macht und ein Übernahmeangebot für die Aktien unterbreitet, kauft er zunächst möglichst viele Aktien zu einem niedrigeren Preis. Das funktioniert natürlich nicht für jede Aktie in einem kurzen Zeitraum.

Mittelfristig würde bei diesem Vorgehen die Nachfrage steigen und damit auch der Kurs für die Aktie. Hier ist es ratsam, die richtigen Fragen zu stellen und die eigenen Anteile bei einem schlechten Kurs nicht so schnell aus der Hand zu gehen. Bei der Übernahme kommt es auf Fingerspitzengefühl und Know-how an. Dann haben Sie die Möglichkeit, als Anleger Ihre Aktien zu einem deutlich besseren Preis abzustoßen und an das übernehmende Unternehmen abzugeben.

Angenommen, die Aktien werden abgestoßen und Sie wissen bereits zu einem früheren Zeitpunkt Bescheid, dann können Sie das Risiko senken und mehr aus dem Deal holen. Verfolgen Sie das aktuelle Marktgeschehen bei Ihrem Broker und studieren Sie die Wirtschaftsnews. Keine Frage: Wer seine Aktie liebt, wird sie immer zum besten Preis verkaufen.

Der typische Ablauf der Übernahmen

Gerät eine Branche in die Krise, wirkt sich dies auch auf die Aktien aus. Manche Unternehmen sind besonders hart betroffen. Sie werden in dieser Zeit von anderen übernommen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ein Erwerbszweig kann aufgrund wirtschaftlicher und politischer Ereignisse wegbrechen. Es gibt Unternehmen, die für diese Situation nicht genug Rücklagen haben, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bei diesem Beispiel ist sehr häufig anzunehmen, dass ein Konkurrent das angeschlagene Unternehmen übernehmen wird. Diese Übernahmefälle sind gerade in den letzten Jahren immer größer geworden. So können wir eine Tendenz der Monopolisierung nicht mehr leugnen. Wer dieser These folgt, geht auch in Zukunft von Übernahmen aus, die sich immer wieder in Form von Schwankungen im Hinblick auf den Kurs und die Aktie bemerkbar machen.

Wie können Sie Übernahmen verhindern?

Eigentlich liegt es in der Verantwortung der einzelnen Aktionäre, zu verhindern, dass eine Aktiengesellschaft übernommen wird. Das geschieht am einfachsten, indem Sie Ihre Aktie nicht verkaufen. Das setzt ein unattraktives Angebot voraus, das Sie im besten Willen nicht annehmen wollen.

  • Angebot ist zu niedrig: Bei einem zu niedrigen Angebot stocken die übernehmenden Investoren ihr Angebot mehrfach auf und bessern nach. Bei großen Übernahmen kann das bis hin zu Millionen im Verkauf führen. Diese Verschiebungen halten die Aktionäre davon ab, ihre Aktien zu verkaufen.
  • Gibt es einen dritten Investoren, wird dieser im Fachkreis als weißer Ritter bezeichnet. Wortwörtlich soll er dem übernehmenden Unternehmen rettend unter die Arme greifen, indem er kauft und die Konkurrenz aussticht. In diesem Fall würde die Aktiengesellschaft ihre Eigenständigkeit ebenso aufgeben, kann aber mehr Geld durch bessere Konditionen aus dem Deal herausholen.
  • Durch eine Kapitalerhöhung wächst die Marktkapitalisierung und es wird für einen Investor deutlich teurer, ein anderes Unternehmen zu kaufen. Im Fachkreis ist von der Giftpille die Rede. Es ist möglich, diese Giftpille bereits durch rechtsverbindliche Selbstverpflichtungen einzurichten. Das birgt in sich das Risiko, das Interesse der Investoren zu schwächen und auch den eigenen Unternehmenswert zu senken.
  • Angenommen ein Unternehmen wehrt sich gegen den Verkauf des Unternehmens, dann kann es z. B. eigene Investitionen tätigen. Wer seine Investitionen gezielt in andere Bereiche steuert, die gegen die Interessen der Investoren sprechen, kann verhindern, übernommen zu werden. Eine Garantie gibt es aber nicht.

Keine Frage, jedes der Szenarien wirkt in sich ein gewisses Risiko, genau in die falsche Richtung zu verlaufen. Durch ein lukratives Angebot, gezielte Investitionen und nachhaltiges Wissen, was das späteren Marktgeschehen und Entwicklungen anbelangt, ist es möglich, aus dem Aktienhandel als der Gewinner hervorzugehen. Investieren Sie niemals verfrüht. Werfen Sie einen genauen Blick auf die Entwicklung an der Börse und studieren Sie verschiedene Quellen.

Bedenken Sie bei jeder Frage, die Sie sich stellen: Ein Risiko schwingt mit jeder Entscheidung und eine 100 Prozent richtige Antwort werden Sie von keinem Aktionäre oder Trauer bekommen.

Zusammenfassung

Es gibt aus der Sicht des Managements und der Belegschaft sowie der Investoren und der Aktionäre eine feindliche Übernahme. In anderen Fällen ist von einem unkoordinierten Verkauf die Rede. An der deutschen Börse sind verschiedene Abwehrstrategien und Übernahmen möglich. Wer für das gefährdete Unternehmen Aktien gekauft hat, sollte das Marktgeschehen und die Entwicklung der Preise beobachten. Es ist meist nicht ratsam, vorschnell und hysterisch die eigenen Anteile zu verscherbeln und sein Kapital aufs Spiel zu setzen. Selbst an der Schwelle ist es möglich, noch ein eigenes Geschäft zu machen. Die Investoren unterbreiten erst am Ende der Verhandlungen ein lukratives Angebot, damit sich die letzten Anleger überwinden, ihre Anteile abzugeben.

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