Microsoft kauft das Cybersecurity-Unternehmen RiskIQ

Microsoft hat die Übernahme von RiskIQ bekannt gegeben. RiskIQ ist ein in San Francisco ansässiges Unternehmen, das Cybersicherheitsdienste anbietet. RiskIQ bietet Cloud-basierte Software as a Service (SaaS) für Unternehmen an, um Betrug, Phishing, Malware und andere Online-Bedrohungen zu erkennen und zu verhindern. Die Bedingungen des Deals wurden noch nicht veröffentlicht, obwohl Berichte aus einer zuverlässigen US-Quelle besagen, dass Microsoft rund 500 Millionen Dollar in bar zahlen wird.

Die Lösungen von RiskIQ werden die bestehenden Cloud-nativen Produkte von Microsoft wie Microsoft Azure Defender, Microsoft 365 Defender und Microsoft Azure Sentinel ergänzen. RisqIQ analysiert das Web, indem es Informationen wie Domain-Namenseinträge und Zertifikate abbildet und so dem Kunden einen Überblick darüber verschafft, auf welche Ressourcen er außerhalb der Firewall des Unternehmens zugreifen kann. Diese Übernahme erfolgte in Zeiten erhöhter Sicherheitsmaßnahmen, da sich Unternehmen auf hybride und Remote-Arbeitsverhältnisse einstellen.

„Wir schließen uns Microsoft an, um unsere Reichweite und Wirkung zu erweitern und zu beschleunigen, und wir sind mehr denn je verpflichtet, unsere Mission zu erfüllen“, sagte RiskIQ-Mitbegründer und CEO Elias Manousos.

RiskIQs kurze Geschichte

RiskIQ, das Mitglied der Cloud Security Alliance (CSA) ist, wurde 2009 von Chris Kiernan, David Pon und Lou Manousos mitbegründet. Vor der Übernahme hatte das Unternehmen rund 80 Millionen US-Dollar von verschiedenen Investoren erhalten – zuletzt in einer Serie-D-Finanzierungsrunde, in der es 15 Millionen US-Dollar erhielt, die für die Integration seiner Software in kritische Infrastrukturen verwendet werden sollten. Das Unternehmen arbeitet mit ElastiFlow, ServiceNow, Splunk, Palo Alto Networks und CrowdStrike zusammen, um den Kunden effiziente Dienste anbieten zu können.

Kein besseres Timing als dieses
Microsoft hat in einer Zeit, in der es große Online-Sicherheitsbedrohungen gab, viele Ressourcen in den Ausbau seiner Sicherheitsinfrastruktur investiert. Microsoft hat bereits andere bedeutende Akquisitionen im Bereich der Cybersicherheit getätigt. Der Tech-Gigant erwarb letztes Jahr CyberX, ein Sicherheits-Startup mit Sitz in Israel, um sein Azure-Geschäft zu verbessern. Letzten Monat kaufte er dann ReFirm Labs, ein IoT-Unternehmen.

Diese Akquisition erfolgte nach mehr als einem Jahr tödlicher Cyber-Attacken auf verschiedene Organisationen weltweit. Die Ransomware REvil, die mit Russland in Verbindung gebracht wird, hat in den letzten Wochen online für viel Ärger gesorgt. Außerdem gab es den komplizierten SolarWinks-Hack, der sowohl bei Regierungsbehörden als auch bei Microsoft für Verwüstung sorgte.

Diese und viele andere Angriffe haben Microsoft dazu gezwungen, weiterhin neue Wege zu erforschen, um seine Kunden vor Online-Bedrohungen zu schützen. „RiskIQ hat einen starken Kundenstamm und eine Gemeinschaft von Sicherheitsexperten aufgebaut, die wir weiterhin unterstützen, pflegen und ausbauen werden“, sagte Eric Doerr, VP of Cloud Security bei Microsoft.